"Insieme"- Chor: Jeder nach seinen Fähigkeiten

Der Projektchor „Insieme“ bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung zeigt wie Inklusion funktionieren kann. In diesem Jahr feiert der Chor bereits sein fünfjähriges Jubiläum.

Ich singe gern kann aber meine Stimme gegenüber anderen nicht behaupten und Notenlesen kann ich schon gar nicht….. .

Bei wem eine dieser Aussagen zutrifft, sich aber trotzdem gerne in einem Chor ausprobieren möchte, der ist bei diesem Projekt der Lebenshilfe sicher gut aufgehoben.

Allen in diesem Chor gemeinsam ist der Spaß am Singen und Musizieren.

Zur ersten Chorprobe im Jahr 2013 kamen über 60 Interessenten, die sich auf dieses Experiment einlassen wollten.

Anfangs hatte der Chor noch keinen Namen, doch der war bald gefunden. Das italienische Wort „Insieme“ (zusammen, miteinander) trifft das Anliegen des Chores auf den Punkt. Menschen mit und ohne Behinderung singen gemeinsam in einem Chor, jeder nach seinen Fähigkeiten.

Im ersten Jahr seines Bestehens war der Chor bereits bei mehreren Veranstaltungen zu hören. Unter anderem standen die Sänger bei der Eröffnung der Chiemgauer Kulturtage gemeinsam mit Claudia Koreck auf der Bühne am Traunsteiner Stadtplatz.

Seither sang der Chor im Wechsel geistliche und weltliche Lieder zu verschiedensten Anlässen.

Etwa 20 Sänger von Insieme sind behindert. Manche geistig, einige körperlich, andere sind psychisch erkrankt. Berührungsängste gab es von Anfang an nicht berichtet Angelika, eine Sängerin der ersten Stunde, die bisher (wie viele andere auch) an allen bisherigen Chorprojekten teilgenommen hat.

Innerhalb des Ensembles haben sich Freundschaften gebildet, für viele ist der Chor fast wie eine große Familie.

Die Idee zu diesem Chor hatte Klaus Sam. Er ist Mitarbeiter der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe und in seiner Freizeit selbst Chorsänger. Die musikalische Leitung liegt vom ersten Tag an in den Händen von Manfred Müller, der diesen Chor mit viel Engagement und Begeisterungsfähigkeit leitet. Der studierte Kirchenmusiker leitet verschiedene Chöre in der Pfarrei St. Oswald in Traunstein, erteilt Orgelunterricht, macht Stimmbildung am Anette-Kolb-Gymnasium uvm. Seine Erfahrung als Zivildienstleistender bei den Maltesern in Koblenz kamen Müller Anfangs sicher zu Gute.

Zu Beginn wusste ich auch nicht wie so ein „Inklusiver Chor“ funktionieren kann. Was kann ich den Sängern zumuten, welche Stücke sind singbar und machen Spaß…. . sagt Müller rückblickend. Bald merkte ich so Müller weiter: „hier ist es wie in jedem andern Chor, hier wie dort müssen Menschen integriert werden. Da sitzt im Chor die Hausfrau neben dem Lehrer, der Arzt neben dem Firmeninhaber, der Chef neben seinem Angestellten. Und nicht immer funktioniert alles von Anfang an.“

Bei Insieme sitzt die Sekretärin neben der Köchin, die Krankenschwester neben dem Schichtleiter, dazwischen ein Rollstuhlfahrer und zwei Stühle weiter ein Mensch mit Down Syndrom neben einem Berufsmusiker. Alle profitieren voneinander und haben gleich viel Spaß.

Heute nach vier erfolgreichen Projektphasen weiß Müller was er von seinen Sängern verlangen kann. Mitreisend und herzerfrischend sicher beherrscht Kilian sein Cahjon. Trotz seiner Behinderung ist er zu einer großen Stütze gereift, auf die der Chor nicht mehr verzichten möchte. Gemeinsam mit seinem Vater (Gitarre und Gesang) und seiner Mutter (Gesang) ist hier fast die ganze Familie im Einsatz.

Die Probenabende sind derart abwechslungsreich gestaltet, dass die eineinhalb Stunden wie im Flug vergehen und die Freude auf kommende Woche bereits wieder geweckt wird.

An insgesamt sechs Probenabenden und einem Probensamstag, wird in diesem Jahr an einem weltlichen Repertoire gearbeitet. Bei den diesjährigen Chiemgauer Kulturtagen wird das Ergebnis der Probenarbeit öffentlich dargeboten.

Der Höhepunkt der diesjährigen Projektphase wird sicher der Auftritt am 22. Juli im Kloster Seeon. Gemeinsam mit dem Bildhauer Andreas Kuhnlein zieht der Chor von Tisch zu Tisch, durch dessen Ausstellung „Der Tisch ist ein Floß – eine Geschichte in Skulpturen“

Jeder der sich angesprochen fühlt und Lust hat mitzusingen, darf gerne vorbeischauen.

Geprobt wird jeweils dienstags von 19 bis 20.30 Uhr im Pfarrsaal von St. Oswald in Traunstein. Die erst Probe findet am 05. Juni statt.

Nähere Informationen erhalten Sie bei Klaus Sam, Offene Behindertenarbeit, Lebenshilfe Traunstein, Telefonnummer 08669/861142 oder per mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Proben im Pfarrsaal St. Oswald Traunstein:

Dienstag, 05. Juni, 19 Uhr – 20.30 Uhr
Dienstag, 12. Juni, 19 Uhr – 20.30 Uhr
Dienstag, 19. Juni, 19 Uhr – 20.30 Uhr
Dienstag, 26. Juni, 19 Uhr – 20.30 Uhr
Dienstag, 03. Juli, 19 Uhr – 20.30 Uhr
Dienstag, 10. Juli, 19 Uhr – 20.30 Uhr

Probentag:

Samstag, 30. Juni, 10 Uhr bis 15.30 Uhr, im Mehrzweckraum der Förderstätte der Lebenshilfe Traunstein, Berndlring 10, 83352 Altenmarkt   

Auftritte:

Sonntag, 15. Juli ab 11 Uhr , „Alle an einen Tisch“ Bahnweg 3 in 83278 Traunstein.

Picknick am neuen, inklusiven Wohnprojekt der Lebenshilfe in Traunstein mit musikalischem Rahmenprogramm.

Eingeladen sind (natürlich alle…) aber auch ganz speziell die künftigen Bewohner mit ihren Angehörigen und die Nachbarn

Sonntag, 22. Juli, 15 Uhr Der Tisch ist ein Floß - eine Geschichte in Skulpturen von Andreas Kuhnlein mit dem Projektchor „Insieme“ (musikalische Führung mit Andreas Kuhnlein)

Im Rahmen unseres Auftrittes in Seeon wird uns vom Kloster Seeon die Gage in Form einer Brotzeit ausgezahlt. Das wäre dann in diesem Jahr unser gemeinsamer Abschluss.

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Lebenshilfe Traunstein gGmbH
Salzburger Str. 7
83301 Traunreut

Telefon: +49 (0) 86 69 - 86 11 0
Telefax: +49 (0) 86 69 - 86 11 60
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